Was kostet eine Occasion?

Merbag Occasion-Ratgeber

Kaufpreis und Gesamtkosten richtig beurteilen.

Der Kaufpreis ist nur der sichtbarste Teil der Fahrzeugkosten. Für eine realistische Entschei-dung müssen Sie auch Versicherung, Verkehrssteuer, Einlösung, Wartung, Reifen, Energiever-brauch, Finanzierung und Wertverlust berücksichtigen.

Ein Fahrzeug mit höherem Kaufpreis kann über mehrere Jahre günstiger sein, wenn es gut ge-wartet ist, eine passende Garantie besitzt und keine grösseren Arbeiten anstehen. Umgekehrt kann ein vermeintliches Schnäppchen das Budget kurz nach dem Kauf durch Service- und Reparaturkosten belasten.

Was bestimmt den Preis einer Occasion?

Der Marktwert ergibt sich aus mehreren Faktoren. Alter und Kilometerstand sind wichtig, reichen aber nicht aus.

Preisfaktor

Möglicher Einfluss

Darauf sollten Sie achten

Modell und Baureihe

Nachfrage und Modellgeneration

Exakte Baureihe vergleichen

Erstzulassung

Alter und technischer Stand

Datum statt nur Modelljahr

Kilometerstand

Nutzung und verbleibende Lebensdauer

Laufleistung plausibilisieren

Motorisierung

Leistung, Verbrauch und Nachfrage

Antrieb und Getriebe vergleichen

Ausstattung

Komfort- und Sicherheitsumfang

Tatsächlich verbaute Optionen

Fahrzeugzustand

Reparatur- und Aufbereitungsbedarf

Technik und Optik getrennt bewerten

Servicehistorie

Wartungszustand und Transparenz

Vollständige Dokumentation

Schadenhistorie

Einfluss auf Wert und Wiederverkauf

Umfang und Reparaturqualität

Anzahl Vorbesitzer

Hinweise auf Nutzung

Haltedauer und Halterwechsel

Garantie

Reduziert bestimmte Reparaturrisiken

Umfang und Ausschlüsse

Reifen und Bremsen

Kurzfristiger Kostenbedarf

Restlebensdauer

Marktnachfrage

Regionale und saisonale Unterschiede

Vergleich über längeren Zeitraum

Nur wirklich vergleichbare Fahrzeuge gegenüberstellen.

Zwei Fahrzeuge derselben Modellbezeichnung können wirtschaftlich sehr unterschiedlich sein. Ein Vergleich ist nur sinnvoll, wenn möglichst viele Merkmale übereinstimmen:

  • Baureihe und Modellgeneration;
  • Erstzulassung;
  • Motorisierung;
  • Getriebe und Antrieb;
  • Kilometerstand;
  • Ausstattung;
  • Servicehistorie;
  • Zustand;
  • Garantie;
  • Standort und Herkunft.

Besonders bei Mercedes-Benz können Ausstattungspakete, Fahrwerkssysteme, Assistenzsysteme, Sitzvarianten, Allradantrieb oder Räder den Fahrzeugwert spürbar beeinflussen.

Erstellen Sie deshalb keine Rangliste nur nach dem niedrigsten Inseratspreis. Prüfen Sie zunächst, ob die Angebote inhaltlich vergleichbar sind.

Was verrät ein auffallend tiefer Preis?

Ein tiefer Preis kann sachliche Gründe haben:

  • hohe Laufleistung;
  • weniger gefragte Farbe;
  • einfache Ausstattung;
  • ältere Modellgeneration;
  • bevorstehender Service;
  • Reifen oder Bremsen mit geringer Restlebensdauer;
  • sichtbare Gebrauchsspuren;
  • längere Standzeit;
  • Importstatus;
  • hohe Zahl an Vorbesitzern.

Keiner dieser Punkte macht ein Fahrzeug automatisch ungeeignet. Entscheidend ist, ob der Preis die Nachteile angemessen berücksichtigt und ob die Informationen transparent vorliegen.

Vorsicht ist angezeigt, wenn ein tiefer Preis mit Zeitdruck, fehlenden Unterlagen oder unklaren Angaben verbunden ist.

Einmalige Kosten beim Fahrzeugwechsel.

Neben dem eigentlichen Kaufpreis können beim Fahrzeugwechsel weitere einmalige Kosten entstehen.

Einlösung und Nummernschilder.

Für die Zulassung benötigen Sie eine Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung und den entsprechenden Versicherungsnachweis. Bei einer Occasion wird zudem der Fahrzeugausweis des bisherigen Halters benötigt. Die konkreten Gebühren unterscheiden sich nach Kanton.

Besitzen Sie bereits Nummernschilder und bleiben Fahrzeugkategorie und Kanton gleich, können diese häufig für das neue Fahrzeug weiterverwendet werden. Die genaue Abwicklung erfolgt über das zuständige Strassenverkehrsamt.

Aufbereitung und Zubehör.

Klären Sie, welche Leistungen im Kaufpreis enthalten sind:

  • Innen- und Aussenaufbereitung;
  • Service vor Übergabe;
  • Sommer- und Winterräder;
  • Ladekabel;
  • Dachträger oder Anhängevorrichtung;
  • Karten- oder Softwareupdates;
  • zusätzliche Schlüssel;
  • Garantieverlängerung;
  • Servicevertrag.

Ein Angebot mit einem umfassenden Lieferumfang kann wirtschaftlich besser sein als ein tieferer Preis, bei dem wichtiges Zubehör separat beschafft werden muss.

Eintausch.

Beim Eintausch wird Ihr bisheriges Fahrzeug bewertet und auf den neuen Kauf angerechnet. Vergleichen Sie dabei zwei Werte separat:

  1.  den Preis der gewünschten Occasion;
  2. den Eintauschwert des bisherigen Fahrzeugs.

Nur so erkennen Sie den effektiven Aufpreis für den Fahrzeugwechsel.
Merbag prüft bestehende Fahrzeuge und erstellt im Rahmen des Certified-Angebots ein Inzahlungnahme-Angebot.

Laufende Kosten einer Occasion.

Versicherung – die Versicherungsprämie hängt unter anderem ab von:

  • Fahrzeugmodell und Leistung;
  • Kanton und Wohnort;
  • Alter und Fahrpraxis;
  • jährlicher Fahrleistung;
  • Bonusstufe;
  • gewählter Deckung;
  • Selbstbehalt;
  • Abstellplatz.

Für die Einlösung ist eine Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung erforderlich. Teil- und Vollkasko sind zusätzliche Deckungen. Bei einem Leasing ist eine Vollkaskoversicherung üblicherweise vertraglich vorgeschrieben; Merbag nennt sie ebenfalls als Bestandteil der Leasingkosten und Vertragsbedingungen.
Holen Sie vor dem Kauf eine Offerte für das konkrete Fahrzeug ein. Die Prämien zweier ähnlich teurer Modelle können sich deutlich unterscheiden.

Kantonale Verkehrssteuer.

Die Verkehrssteuer wird durch den Wohnkanton erhoben. Berechnungsgrundlage und Höhe unterscheiden sich. Je nach Kanton können Gewicht, Leistung, Hubraum, CO₂-Ausstoss oder Antriebsart eine Rolle spielen.
Auch Elektrofahrzeuge unterliegen grundsätzlich der Verkehrssteuer, wobei kantonale Vergünstigungen oder Berechnungsmethoden variieren können.

Bei einem grossen oder leistungsstarken Fahrzeug sollte die Verkehrssteuer vor dem Kauf geprüft werden. Sie fällt jedes Jahr an und ist damit wichtiger als eine einmalige kleine Preisdifferenz.

Service und Wartung.

Der erwartete Wartungsaufwand hängt von Fahrzeugalter, Antrieb, Laufleistung und bisherigem Unterhalt ab.

Fragen Sie vor dem Kauf:

  • Wann ist der nächste Service fällig?
  • Welche Arbeiten sieht der Wartungsplan vor?
  • Wurden Bremsflüssigkeit und Filter erneuert?
  • Gibt es einen Wartungs- oder Servicevertrag?
  • Sind bekannte Reparaturen bereits ausgeführt?
  • Welche Garantie besteht?

Bei Mercedes-Benz Certified sorgt der Partner gemäss dem aktuellen Merbag-Leistungsumfang dafür, dass die nächste Wartung frühestens nach zwei Monaten oder 2’000 Kilometern fällig wird. Für Certified-Fahrzeuge können zudem individuelle Serviceverträge angeboten werden.

Reifen und Verschleissteile.

Reifen, Bremsen und Starterbatterie können kurz nach dem Kauf erhebliche Zusatzkosten verursachen.

Kontrollieren Sie:

  • Profiltiefe;
  • Alter der Reifen;
  • Zustand beider Rädersätze;
  • Abnutzung der Bremsscheiben und Beläge;
  • Funktion der Starterbatterie;
  • Scheibenwischer;
  • Beleuchtung;
  • Fahrwerksteile;
  • Zustand von Kupplung oder Getriebe, abhängig vom Fahrzeug.

Fragen Sie nicht nur, ob Winterräder vorhanden sind, sondern auch, ob sie noch sinnvoll nutzbar sind.

Treibstoff und Strom.

Der Normverbrauch bietet eine Vergleichsgrundlage, bildet den persönlichen Alltag aber nicht vollständig ab.

Für die realen Energiekosten sind wichtig:

  • Jahresfahrleistung;
  • Anteil Stadt, Landstrasse und Autobahn;
  • Fahrstil;
  • Aussentemperatur;
  • Beladung;
  • Möglichkeit zum Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz;
  • Preise der genutzten Ladestationen;
  • Treibstoffpreise;
  • Fahrzeuggrösse und Gewicht.

Bei Plug-in-Hybriden hängt der Verbrauch besonders stark davon ab, ob das Fahrzeug regelmässig geladen und im passenden Einsatzprofil genutzt wird.

Finanzierungskosten.

Bei Leasing oder Finanzierung sollten Sie nicht nur die Monatsrate betrachten.

Zur Gesamtbelastung können gehören:

  • erste Zahlung oder Anzahlung;
  • monatliche Raten;
  • effektiver Jahreszins;
  • Gebühren;
  • Versicherungsanforderungen;
  • Kilometerkosten;
  • Schlussrate;
  • Kosten einer vorzeitigen Vertragsauflösung;
  • Rückgabekosten.

Beim Merbag-Leasing wird die Rate unter anderem durch Fahrzeugwert, Laufzeit, Fahrleistung, Restwert, Zinssatz und eine mögliche erste Rate beeinflusst.

Wertverlust.

Der Wertverlust ist oft einer der grössten Kostenblöcke, obwohl er nicht monatlich bezahlt wird.

Er wird beeinflusst durch:

  • Alter;
  • Kilometerstand;
  • Zustand;
  • Nachfrage;
  • Modellwechsel;
  • Antriebstechnologie;
  • Ausstattung;
  • Farbe;
  • Servicehistorie;
  • Schadenhistorie;
  • Zahl der Vorbesitzer.

Eine gepflegte und gut dokumentierte Occasion lässt sich später häufig leichter verkaufen. Regelmässige Wartung dient damit nicht nur der Betriebssicherheit, sondern auch dem Werterhalt.

Gesamtkosten Ohne Komplizierte Berechnung Erfassen 1600 1400

Gesamtkosten ohne komplizierte Berechnung erfassen

Für eine belastbare Entscheidung genügt eine einfache Struktur.

Teilen Sie die erwarteten Gesamtkosten durch die geplanten Nutzungsjahre. So lassen sich unterschiedlich teure Fahrzeuge besser vergleichen, ohne sich von einer einzelnen Monatsrate oder einem Rabatt leiten zu lassen.

Einmalige Kosten

  • Kaufpreis abzüglich Eintausch;
  • Einlösung;
  • unmittelbar benötigtes Zubehör;
  • erste Service- oder Reparaturarbeiten;
  • Anzahlung oder erste Leasingrate.

Jährliche Fixkosten

  • Versicherung;
  • Verkehrssteuer;
  • Park- oder Garagenkosten;
  • Servicevertrag;
  • Finanzierungs- oder Leasingraten.

Nutzungsabhängige Kosten

  • Treibstoff oder Strom;
  • Reifen;
  • Wartung;
  • Verschleiss;
  • Fahrzeugpflege.

Langfristige Kosten

  • Wertverlust;
  • grössere Reparaturen;
  • Kosten bei Vertragsende;
  • Verkauf oder Rückgabe.
Importfahrzeuge Wirtschaftlich Beurteilen 1600 1400

Importfahrzeuge wirtschaftlich beurteilen

Ein Importfahrzeug kann einen attraktiven Kaufpreis bieten.

Zu prüfen sind jedoch:

  • korrekte Verzollung;
  • ausländische Fahrzeugdokumente;
  • Schweizer Zulassung;
  • technische Anpassungen;
  • Garantiebedingungen;
  • Wartungs- und Schadenhistorie;
  • Ausstattungsunterschiede;
  • späterer Wiederverkauf.

Ein tieferer Kaufpreis sollte gegen mögliche administrative und technische Zusatzkosten ab-gewogen werden.

Häufige Fragen zu den Kosten einer Occasion.

Zum Kaufpreis kommen Versicherung, Verkehrssteuer, Einlösung, Wartung, Reifen, Energie, Finanzierungskosten und Wertverlust. Je nach Fahrzeug können Parkkosten, Zubehör und Reparaturen hinzukommen.

Nein. Ein tieferer Kaufpreis kann durch höheren Wartungsbedarf, höhere Versicherungskosten oder einen stärkeren späteren Wertverlust aufgehoben werden.

Das hängt von Alter, Fahrzeugklasse, Garantie und Wartungszustand ab. Entscheidend ist, dass nach dem Kauf noch ausreichend finanzielle Reserve für unvorhergesehene Arbeiten bleibt.

Häufig ja. Versicherung, Reifen, Bremsen, Verkehrssteuer und Energieverbrauch können höher sein. Die konkreten Kosten sind jedoch fahrzeug- und kantonsabhängig.

Eine Garantie kann bestimmte unerwartete Reparaturkosten reduzieren. Ihr tatsächlicher Wert hängt von Laufzeit, gedeckten Bauteilen, Ausschlüssen und Selbstbehalten ab.

Gesamtpaket Entscheidet. 1694 953

Fazit

Nicht der Kaufpreis, sondern das Gesamtpaket entscheidet.

Eine wirtschaftlich überzeugende Occasion verbindet einen marktgerechten Preis mit nachvollziehbarer Historie, gutem Zustand und kalkulierbaren Folgekosten.

Wer Versicherung, Verkehrssteuer, Wartung, Energie und Wertverlust bereits vor dem Kauf berücksichtigt, kann Angebote sachlicher vergleichen und das Fahrzeug wählen, das langfristig zum eigenen Budget passt.

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